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Schweizerische KunstfĂŒhrer
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Die Schweizerischen KunstfĂŒhrer sind wissenschaftliche Publikationen zu Schweizer KunstdenkmĂ€lern. Bisher sind ĂŒber 1'100 Titel mit einer Gesamtauflage von fĂŒnf Millionen Exemplaren erschienen.

Contents

‱ Geschichte
‱ Autoren
‱ Weblinks

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Geschichte

Seit 1880 dokumentiert, erforscht und vermittelt die 1880 gegrĂŒndete Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte GSK das baugeschichtliche Kulturerbe der Schweiz und trĂ€gt zu dessen langfristiger Erhaltung bei. 1935 stimmte die GSK dem «grundsĂ€tzlichen Entscheid» zu, «Serien von kurzen, kĂŒnstlerisch und wissenschaftlich orientierten FĂŒhrern ĂŒber unsere wichtigsten KulturdenkmĂ€ler» zu schaffen.cite-ref-1[1] Bereits in den GrĂŒndungsakten der GSK ist vermerkt, dass die Publikationen helfen sollen «den Sinn fĂŒr historische Kunst zu verbreitern». Ziel war es darum, KunstfĂŒhrer «in hoher Auflage und zu ganz billigen Preisen» abzugeben, ausgestattet «mit guten Abbildungen und einem leicht verstĂ€ndlichen, aber wissenschaftlich einwandfreien Text». So erschienen in den Jahren 1936 bis 1951 zehn als «Kleine FĂŒhrer» bezeichnete Publikationen, die jeweils nur acht Seiten umfassten, aber bereits oft in «andere Sprachen» ĂŒbersetzt wurden.cite-ref-2[2] Die einzelnen, noch unregelmĂ€ssig erscheinenden Ausgaben wurden damals noch nicht nummeriert und erschienen ohne Angabe der Jahreszahl. Da diese ersten zehn FĂŒhrer unter dem Reihennamen «Kleine FĂŒhrer» erschienen, werden sie noch nicht zur Publikationsreihe der Schweizerischen KunstfĂŒhrer hinzugerechnet.

Die ersten zehn FĂŒhrer entstanden auf Initiative und unter Leitung des Kunsthistorikers Paul Ganzcite-ref-3[3] (1872–1954) und waren folgenden Bauwerken gewidmet: Dem MĂŒnster von Bern (1937), dem MĂŒnster von Basel (1938), den Kathedralen von Genf (1937), Lausanne (1938) und Fribourg (1940), den Kirchen RomainmĂŽtier (1937), St. Urban und Spiez, dem Rathaus von Basel (1940) und der cluniazensischen Klosteranlage von RĂŒeggisberg. Nachdrucke dieser «Kleinen FĂŒhrer» wurden auch im Jahr 1952 noch verlegt.

1953 setzte die Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte GSK die Reihe der sogenannten «Kleinen FĂŒhrer» fort – neu jedoch unter dem Titel «Schweizerische KunstfĂŒhrer». Dieser neue Titel sollte «deutlich zum Ausdruck bringen, dass es [der] Gesellschaft um die vermehrte Bekanntmachung einzelner einheimischer KunstdenkmĂ€ler»cite-ref-4[4] ging. Die «BroschĂŒren» waren mit zahlreichen Abbildungen ausgestattet. Als Grund fĂŒr den Neustart der Reihe wurde protokollarisch festgehalten, dass sich «viele und gĂŒnstige Möglichkeiten» böten, «sogar entlegene DenkmĂ€ler mit Autocite-ref-5[5] oder Eisenbahn zu besuchen: Die Schweizerischen KunstfĂŒhrer sollen unsere Mitglieder und alle Kunstfreunde zu interessanten AusflĂŒgen einladen».cite-ref-6[6]

Nach der Nomenklatur der GSK gilt als erster FĂŒhrer (Nummer null) der Publikationsreihe der Schweizerischen KunstfĂŒhrer Das Cluniazenserpriorat RĂŒeggisberg, verfasst von dem Kunsthistoriker und spĂ€teren PrĂ€sidenten der Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte, Hans Robert Hahnloser.

1953 wurde zudem festgelegt, dass die KunstfĂŒhrer in Serien erscheinen sollten. DarĂŒber wurde bestimmt, dass die KunstfĂŒhrer auch an Nicht-Mitglieder «einzeln an Ort und Stelle» verkauft werden sollten. Dem serienmĂ€ssigen Verkauf an die Mitglieder sowie dem direkten Verkauf vor Ort kommt die Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte bis heute nach.

1954 bis 1964 erschien somit eine zweite Reihe Schweizerischer KunstfĂŒhrer mit den Serien I bis VI Ă  je 10 FĂŒhrer.cite-ref-7[7] Verantwortlicher Redaktor in dieser Zeit war Ernst Murbach.

La Rose de la cathĂ©drale de Lausanne, verfasst von Ernst Murbach, bildete im Jahr 1970 die Nummer 100. Im gleichen Jahr entstand auch der erste KunstfĂŒhrer in italienischer Sprache: San Pietro, Castel San Pietro, verfasst von GaĂ«tan Cassina. «Mit berechtigtem Stolz hielt die Redaktion fest, dass schon rund 1,2 Millionen Exemplare gedruckt worden seien», heisst es im Mitteilungsblatt fĂŒr die Mitglieder der Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte.cite-ref-8[8]

Im Jahr 1981 gab die Redaktion das «BĂŒro Basel» auf und zog nach Bern um.

1986 entstand die 40. Serie der Schweizerischen KunstfĂŒhrer, d. h. der 400. FĂŒhrer. 1991 erschien in der 50. Serie der 500. Schweizerische KunstfĂŒhrer. Dieser ist der UniversitĂ© de Lausanne Ă  Dorigny gewidmet, umfasst 40 Seiten und wurde in einer Auflagenhöhe von 3‘000 StĂŒck gedruckt.

Heute werden jĂ€hrlich zwischen 15 und 20 KunstfĂŒhrer in zwei Serien pro Jahr publiziert. Diese können im Abonnement oder einzeln vor Ort, im Internet oder im Buchhandel erworben werden. Thematisch wird in jeder Serie ein breites Spektrum erarbeitet – von Sakralbauten ĂŒber Schlösser und Museen, SchulhĂ€usern bis hin zu OrtsfĂŒhrern.

Im Jahr 2015 lancierte die GSK den ersten digitalen KunstfĂŒhrer, der dem Sacro Monte Madonna del Sasso in Orselina (zu diesem Zeitpunkt Kandidat fĂŒr das UNESCO-Weltkulturerbe) gewidmet war. Dieser wurde an der Expo 2015 in Mailand prĂ€sentiert. Inzwischen (Stand 3/2016) sind sechs digitale KunstfĂŒhrer erschienen.cite-ref-9[9]

Zu den beliebtesten KunstfĂŒhrern zĂ€hlt jener zur Martinskirche in Zillis: 1954 erstmals vorgelegt, wurde 1984 die 16. Auflage gedruckt (wobei sich die Auflagezahlen der ersten 1980er Jahre stets auf 10‘000 Exemplare bezifferten). Die letzte bearbeitete Fassung erschien 2008. Allein dieser FĂŒhrer hat eine Einzelauflage von einer halben Million erreicht.

Seit 1936 wird im Schnitt alle 29 Tage ein KunstfĂŒhrer publiziert.

Themen und Inhalte

Die Schweizerischen KunstfĂŒhrer stellen die architektonisch relevanten KulturdenkmĂ€ler des Landes vor. In einer fĂŒr den Laien verstĂ€ndlichen Sprache vermitteln fĂŒhrende Fachleute das architektonische Erbe der Schweiz. Als Objekte standen zu Beginn (1936–1953) die grossen Kathedralen und Klöster im Fokus. Pro Publikation wurde bewusst nur ein Baudenkmal bzw. eine «SehenswĂŒrdigkeit» abgehandelt. Nach der Mitte des 20. Jahrhunderts erweiterte sich das Spektrum der Themen: Fortan widmeten sich die FĂŒhrer nebst Kathedralen, MĂŒnstern, Kirchen, Klosteranlagen auch Burgen, RathĂ€usern, Regierungs- und ParlamentsgebĂ€uden, Rats- und StadthĂ€usern, Privatsitzen, ZunfthĂ€usern, Kultur- und BildungsstĂ€tten (inkl. UniversitĂ€ten, Hochschulen und Museen), Industriebauten und DenkmĂ€lern sowie auch historischen Fahrzeugen wie Raddampfern oder Eisenbahnen. Der zeitliche Rahmen spannt sich bis heute von den ersten Spuren der Besiedelung bis zur aktuellen Zeit. Die Inhalte geben den aktuellen Stand der Forschung wider. HĂ€ufig fliessen neue Forschungsaspekte und Erkenntnisse ein.

Format und Umfang

Das Format der Schweizerischen KunstfĂŒhrer war nie grösser als A5. 1953 wurden die Masse auf 21 × 14 cm (A5) festgelegt. 1972 wurde das Mass in Höhe und Breite um einen Zentimeter reduziert, seit 1992 messen die FĂŒhrer wieder 21 × 14 cm. Die Schweizerischen KunstfĂŒhrer weisen im Durchschnitt einen Umfang von 44 Seiten auf. Die ersten zehn sogenannten «Kleinen FĂŒhrer» zĂ€hlten 8 Seiten. Im Jahr 1958 erschienen sowohl 8-, als auch 12- und 16-seitige FĂŒhrer. Heute umfassen die dĂŒnnsten FĂŒhrer minimal 24 Seiten, die dicksten 88 Seiten. Besonders umfangreiche KunstfĂŒhrer werden als Doppelnummern herausgegeben.

Finanzierung

Seit 1972 forderten der QuĂ€stor und der Vorstand der Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte GSK, dass die Schweizerischen KunstfĂŒhrer selbsttragend werden mĂŒssten. Dies gelang sieben Jahre spĂ€ter. 1983 ist in einem Ausschussprotokoll festgehalten: «Die Schweizerischen KunstfĂŒhrer sind in der Besetzung wissenschaftlicher Redaktor und RedaktionssekretĂ€rin selbsttragend, sogar gewinnbringend, wenn mit intensivem Verkauf und grossen Auflagen gerechnet werden kann». Heute schreibt die Redaktion der Schweizerischen KunstfĂŒhrer eine «schwarze Null», d. h. die Personal- und Aufwandkosten refinanzieren sich durch die ProjektauftrĂ€ge sowie die VerkĂ€ufe der KunstfĂŒhrer.

Sprachen / Übersetzungen

Bereits die ersten zehn «Kleinen FĂŒhrer» aus den Jahren 1936 bis 1951 waren bereits oft in «andere Sprachen» ĂŒbersetzt worden.cite-ref-10[10] Als die 50. Serie mit dem 500. Schweizerischen KunstfĂŒhrer im Jahr 1991 erschien, waren FĂŒhrer in deutscher, französischer, italienischer, englischer, spanischer, schwedischer und rĂ€toromanischer Sprache erschienen. Heute liegen zudem zwei KunstfĂŒhrer auf Japanisch und Chinesisch vor. Im Jahr 2015 erschienen sechs Publikationen in insgesamt elf Übersetzungen.

Autoren

Die Schweizerischen KunstfĂŒhrer werden grundsĂ€tzlich in Zusammenarbeit mit lokalen Instanzen, d. h. in der Regel mit den Objektbesitzern, die anschliessend auch den Verkauf an Ort und Stelle betreuen, publiziert. Als Autoren werden die fĂŒhrenden Experten unter den Kunsthistorikern verpflichtet. Die Redaktion wird ohne Ausnahme von der Redaktion der Schweizerischen KunstfĂŒhrer innerhalb der Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte GSK geleistet, die mit einem Netz von Spezialisten aus Forschung und Denkmalpflege zusammenarbeitet.

Auflagenhöhe

1960 ĂŒberschritten die Schweizerischen KunstfĂŒhrer eine Auflageziffer von einer halben Million. 1970 waren rund 1,2 Millionen Exemplare gedruckt.cite-ref-11[11] Heute existieren die Schweizerischen KunstfĂŒhrer in einer Gesamtauflage von fĂŒnf Millionen Exemplaren.

Redaktionsleiter

1. Paul Ganz (1936–1951; † 1954)
2. Ernst Murbach (1954–1980) mit Erika Erni (197–1977) als Halbstagesredaktorin, der Dorothee Huber (1978) als Halbtagesredaktorin und schliesslich JĂŒrg A. Bossard (August 1978 – Januar 1981) als Halbtagesredaktor folgten (letzterer ab Januar 1980 – Januar 1981: 100 %)
3. Hans Maurer (1981 – Dezember 1983)
4. Susanne Ritter-Lutz (Januar 1984 – Juli 1986) als Hauptverantwortliche fĂŒr die Redaktion (80 %) mit Stefan Biffiger als Mitredaktor und Gurli Jensen als Redaktionsassistentin
5. Werner Bieri (August 1986 – Dezember 2011) mit Susanne Ritter-Lutz (Oktober 2009 bis MĂ€rz 2011) als Halbtagesredaktorin (55 %)
6. Markus Andrea Schneidercite-ref-12[12] (seit Januar 2012)

Weblinks

‱ Schweizerische KunstfĂŒhrer auf der Website der Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ Unsere KunstdenkmĂ€ler, Mitteilungsblatt fĂŒr die Mitglieder der Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte, 50 Jahre Schweizer KunstfĂŒhrer, 1986, S. 314. 1986, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 14. April 2016; abgerufen am 12. April 2016. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/selfranga-dev01.ethz.ch
cite-note-22. ↑ Bericht und Statistik ĂŒber die Entwicklung und die Leistungen der Gesellschaft, 1880–1964, herausgegeben von Max Wassmer, S. 166.
cite-note-33. ↑ Nachlass Paul Ganz. (PDF) Zentralbibliothek ZĂŒrich, abgerufen am 12. April 2016.
cite-note-44. ↑ Unsere KunstdenkmĂ€ler, Mitteilungsblatt fĂŒr die Mitglieder der Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte, 1953, S. 32. 1953, abgerufen am 12. April 2014.
cite-note-55. ↑ Angelius Eisinger, Hansjörg Siegenthaler: Zur Wirkungsgeschichte des motorisierten Individualverkehrs in der Schweiz im 20. Jahrhundert, S. 96: Der mobilisierte Individualverkehr in der Schweiz entwickelte sich erst nach dem Zweiten Weltkrieg massgeblich. Das Statistische Jahrbuch der Schweiz des Jahres 1953 wies zu dieser Zeit 211‘140 Privatwagen aus. 2008, abgerufen am 12. April 2016.
cite-note-66. ↑ Unsere KunstdenkmĂ€ler, Mitteilungsblatt fĂŒr die Mitglieder der Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte, 1953, S. 32. 1953, abgerufen am 12. April 2016.
cite-note-77. ↑ Bericht und Statistik ĂŒber die Entwicklung und die Leistungen der Gesellschaft, 1880–1964. Herausgegeben von Max Wassmer, S. 12.
cite-note-88. ↑ Unsere KunstdenkmĂ€ler, Mitteilungsblatt fĂŒr die Mitglieder der Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte, 1986, S. 314. 1986, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 14. April 2016; abgerufen am 12. April 2016. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/selfranga-dev01.ethz.ch
cite-note-99. ↑ eBooks. 14. April 2016, abgerufen am 14. April 2016.
cite-note-1010. ↑ Bericht und Statistik ĂŒber die Entwicklung und die Leistungen der Gesellschaft, 1880–1964, herausgegeben von Max Wassmer, S. 166.
cite-note-1111. ↑ Unsere KunstdenkmĂ€ler, Mitteilungsblatt fĂŒr die Mitglieder der Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte, 50 Jahre Schweizer KunstfĂŒhrer, 1986, S. 314. 1986, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 14. April 2016; abgerufen am 12. April 2016. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/selfranga-dev01.ethz.ch
cite-note-1212. ↑ Neuer Verantwortlicher fĂŒr die Reihe Schweizerischer KunstfĂŒhrer. reticulum, 10. Januar 2012, abgerufen am 12. April 2016.